Am 11. März 2019 hatte ich als Mitglied der SPD- Landtagsfraktion in der Reihe ‚Fraktion vor Ort‘ die ambulanten und stationären Pflegedienste der Stadt und Region in den neuen Ökologischen Schulort Wismar am Lenensruher Weg eingeladen. In entspannter Atmosphäre wollten wir den in diesem besonderen Beruf Tätigen die Gelegenheit geben, ihre Sorgen und Nöte loszuwerden. An meiner Seite stand dazu Stefanie Drese, unsere Ministerin für Soziales, Integration und Gleichstellung (SPD), und der Bürgermeister der Hansestadt Wismar, Thomas Beyer (SPD), der ebenfalls gekommen war. Die Ministerin gab eine kurze Einführung zum Thema, wies z. B. auf den wachsenden Bedarf an Kurzzeitpflege hin und auf den mit 5 % bundesweit höchsten hohen Anteil von Menschen in Mecklenburg-Vorpommern, die auf Pflege angewiesen sind. Es wurde eine sehr lebendige Diskussion mit vielen Anregungen an die Politik. Frau Drese sah sich bestätigt in ihrer These, dass der größte ambulante Pflegedienst überhaupt die pflegenden Angehörigen sind und man diese unbedingt weiter entlasten müsse. Genauso aber auch die professionellen Dienste, deren Anforderungen weit über die eigentliche Pflege hinaus gehen. Das betrifft nach Aussagen der Anwesenden die Bürokratie, die stetig zunimmt, die Auseinandersetzungen mit den Krankenkassen und ihrem Vergütungssystem, die Pflegewissenschaftlern nie genügenden Qualitätsstandards, die mangelnde Flexibilität von Ämtern gegenüber neuen Wohnformen u.v.m.. Ministerin Drese waren viele Probleme bereits bekannt, weshalb hier auch schon intensiv mit beteiligten Verbänden an Lösungen gearbeitet wird. Sie sprach sogar von einem offensichtlich nötigen Systemwechsel in der Finanzierung. Die Nachwuchssorgen bei Pflegekräften allerdings konnte auch sie nicht verringern, zumindest nicht an diesem Abend. Die Attraktivität des Pflegeberufes, auch diesen zu erlernen, kann nur Schritt für Schritt erhöht werden. Z. B. durch den in MV anstehenden Wegfall von Ausbildungsgebühren, durch die Reduzierung von Bereitschafsdiensten bzw. andere mögliche Zuordnungen (davon war an diesem Abend berichtet worden), aber auch durch mehr Wertschätzung in geeigneter Form neben einer höheren Entlohnung. Dafür müssen alle einstehen und vermehrt zeigen, welche Werte in dieser Berufsausübung stecken. Die Reihe Fraktion vor Ort konnte an diesem 11. März in Wismar voll ihrer Aufgabe gerecht werden: Dasein, Zuhören, Handeln. Das sehe ich auch als meinen ganz persönlichen Auftrag. Und weil nicht alle Themen angesprochen werden konnten, wird es dazu einen zweiten Abend geben.

FvO Pflege MV 11.3.19